Nahschuss

Nahschuss

Franziska Stünkel, Deutschland 2021, 116 Minuten

Themen: Todesstrafe, Diktatur, DDR, (Deutsche) Geschichte, Überwachung

Unterrichtsfächer:
Geschichte, Politik, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Deutsch, Ethik, Religion

FSK: ab 12 – empfohlen ab 14 Jahren

Zeitraum: 10.–14. Oktober 2022 | Montag bis Freitag
(jeweils um 9:00 Uhr und um 11:30 Uhr)

Am 14.10., 11:30 Uhr zu Gast im Rahmen der Hannah-Ahrendt-Tage: Franziska Stünkel, Regisseurin und Fotokünstlerin aus Hannover, Peter Keup, Historiker und DDR-Zeitzeuge aus Essen – Moderation: Gundi Doppelhammer (Eintritt frei)

Ostberlin 1981. Kurz vor seinem Abflug wird Dr. Franz Walter aufgefordert, seine geplante Studienreise nach Äthiopien abzublasen. Der junge Wissenschaftler soll stattdessen in der Hauptverwaltung Aufklärung, dem Auslandsgeheimdienst des Ministeriums für Staatssicherheit, tätig werden. Als Belohnung stellt ihm die DDR eine Professur und eine luxuriöse Wohnung in Aussicht. Walter lässt sich darauf ein. Anfangs genießt er die Privilegien, heiratet bald darauf seine Freundin und widmet sich engagiert dem Auftrag, einen in die Bundesrepublik geflohenen Fußballspieler zurückzuholen. Zusammen mit dem Führungsoffizier seiner Abteilung reist er in die BRD, besticht Informanten und erhöht den Druck auf den Sportler. Doch allmählich wachsen seine Zweifel an den Methoden des Ministeriums. Entfremdet mittlerweile auch von seiner Frau, will Walter raus aus dem System und gerät dabei selbst ins Visier des Ministeriums für Staatsicherheit. Franziska Stünkels Politdrama ist an den realen Fall des Wirtschaftswissenschaftlers Dr. Werner Teske angelehnt, der 1981 als letzter Angeklagter in der DDR zu Tode verurteilt und durch einen sogenannten „Nahschuss“ in den Hinterkopf hingerichtet wurde. Der Prozess der Filmfigur Walter bildet die Rahmenhandlung. Ein klassisches Biopic ist dies aber nicht, vielmehr das fiktionalisierte Psychogramm eines Mannes, der sich aus Karrieregründen mit der Staatsicherheit eingelassen hat und nun verzweifelt versucht, diesen „Pakt mit dem Teufel“ zu beenden. (kinofenster.de)