Große Freiheit

Große Freiheit

Sebastian Meise, Österreich/Deutschland 2021, 116 Minuten

Themen: Homosexualität, Diskriminierung, (Deutsche) Geschichte, Strafvollzug, Außenseiter, Liebe, Drogen, Sucht, Identität, Individuum (und Gesellschaft), Folter, Trauma, Menschenrechte/-würde, Nationalsozialismus, Konzentrationslager, Rebellion, Widerstand, Gewalt, Opfer

Unterrichtsfächer:
Geschichte, Deutsch, Sozialkunde, Ethik, Biologie

FSK: ab 16 – empfohlen ab 13 Jahren

Zeitraum: 26.–30. September 2022 | Montag bis Freitag
(jeweils um 9:00 Uhr und um 11:30 Uhr)

Hans landet wegen des Verstoßes gegen Paragraph 175 wiederholt im Gefängnis und trifft dort immer wieder den Häftling Viktor. Der wollte 1945, als Hans aus dem Konzentrationslager direkt in den Regelvollzug überstellt wurde, mit einem ‚175-er‘ nichts zu tun haben. Doch Hans‘ rebellischer Stolz nötigt ihm Respekt ab. 1957 ist Hans mit seiner großen Liebe Oskar inhaftiert. Oskar geling es nicht wie Hans, auf ein gemeinsames Glück zu hoffen. Er nimmt sich das Leben. So ist Hans 1968 vorsichtiger geworden, als er im Gefängnis eine Liebesbeziehung mit dem Lehrer Leo eingeht. Mit einer Falschaussage verhilft er diesem zur Freilassung. Hans unterstützt den mittlerweile drogenabhängigen Viktor beim Entzug. Die beiden Männer nähern sich auch körperlich an. 1969 wird Hans nach der Reform des Paragraphen 175 entlassen. In der Schwulenbar „Große Freiheit“ trifft er auf eine Welt, die ihm unbekannt und seltsam vertraut zugleich ist. Wohin führt ihn seine Freiheit? Anhand des Films kann ein relativer unbekannter Aspekt der deutschen Geschichte behandelt werden: die lange Aufrechterhaltung des Paragraphen 175 vor allem in Westdeutschland, die einhergehende Überwachung und die hohen Verhaftungszahlen in der Nachkriegszeit. Daneben können aktuelle Menschenrechte von LGBTIQ in den Blick genommen werden: In welchen Ländern werden diese noch immer kriminalisiert, in welcher anderen Hinsicht sind sie Diskriminierungen ausgesetzt? (Vision Kino)