Fabian oder der Gang vor die Hunde

Fabian oder der Gang vor die Hunde

Dominik Graf, Deutschland/Österreich 2020, 186 Minuten

Themen: Literaturverfilmung, Großstadt, Berlin, Weimarer Republik, Demokratie, NS Ideologie, soziale Ungleichheit, Ausbeutung, Liebe, Freundschaft, Identität

Unterrichtsfächer:
Deutsch, Geschichte, Philosophie und Ethik, Politik, Sozial- und Gemeinschaftskunde

FSK: ab 12 – empfohlen ab 15 Jahren

Zeitraum: 26.–30. September 2022 | Montag bis Freitag
(jeweils um 9:00 Uhr und um 11:30 Uhr)

Berlin, 1931: Jakob Fabian wäre gern Schriftsteller, schlägt sich aber als Werbetexter durch. Nach Feierabend tingelt er durch Cafés, Varietés und Bordelle. Er ist eigentlich kein Lebemann, eher ein Beobachter des „Sittenverfalls“, manchmal bekümmert, immer neugierig, mit einem Herz für die Verlierer der Großstadtwelt. Als er sich in die Referendarin Cornelia Battenberg verliebt, wird das Leben plötzlich lebenswert. Aber das Glück vergeht wie ein Funke: Fabian verliert seinen Job und muss zusehen, wie seine Freundin sich für eine Leinwandkarriere an einen Filmproduzenten verkauft. Als sich sein bester Freund umbringt, schlittert Fabian endgültig in eine persönliche Krise Er kehrt nach Dresden zurück, wo seine Eltern ein beschauliches Leben führen. Beim Versuch, ein Kind vor dem Ertrinken zu retten, kommt Fabian selbst ums Leben. Sein Tod ist die bittere Pointe am Ende eines unaufhaltsamen Niedergangs. Lakonisch, temporeich und voller Spitzen gegen eine überdrehte Großstadtgesellschaft – so erzählt Erich Kästner in seinem wichtigsten Roman die Geschichte von Jakob Fabian. Der Film übersetzt diesen neusachlichen, spöttisch- melancholischen Ton in eine Bildsprache, die mitten hinein führt ins Berlin um 1930: schnell und laut, getrieben von entfesselter Lust, erbärmlicher Armut und Gewaltausbrüchen. Er zeigt eine vom Ersten Weltkrieg traumatisierte Generation, das zerstörerische Wirken unhinterfragter Autorität und die fragile Existenz in einer ungefestigten Demokratie. (Vision Kino